25 Jahre UNIDRAM

Thea­ter ist ein sehr flüch­ti­ges Gen­re. Was von ihm – bes­ten­falls – bleibt, sind lan­ge nach­wir­ken­de, emo­tio­na­le Ein­drü­cke oder Bil­der, die sich in Hirn und See­le ein­bren­nen. Oder eben auf der direk­ten mate­ri­el­len Ebe­ne Fotos, Fil­me, Pro­gramm­hef­te und Pla­ka­te, Thea­ter-Kri­ti­ken, Berich­te.

Das inter­na­tio­na­le Thea­ter­fes­ti­val UNIDRAM fin­det in die­sem Jahr zum 25. Mal statt und fei­ert sich selbst mit einem wun­der­bar viel­fäl­ti­gen und über­aus  sinn­li­chen Aus­stel­lung­kalei­do­skop aus Bil­dern, Objek­ten und Wor­ten im Kunst­raum in der Schiff­bau­er­gas­se.

Uni­dram 1994, Jewisa­le­ta Bam, Foto: Bea­te Wät­zel

Die bil­den­de Künst­le­rin Hei­de Schollähn, die für das t-Werk als Aus­stat­te­rin und Büh­nen­bild­ne­rin arbei­tet, hat vor über einem Jahr begon­nen, tau­sen­de ana­lo­ge und (ab 2002) digi­ta­le Fotos zu sich­ten und die Aus­stel­lung, die den schlich­ten Titel "25 Jah­re UNIDRAM" trägt, zu kura­tie­ren.

Vielfältiges und sinnlich erlebbares Ausstellungskaleidoskop

In sechs Räu­men sind ab heu­te, dem 26. Okto­ber dabei nicht nur 24 groß­for­ma­ti­ge des lang­jäh­ri­gen Fes­ti­val­fo­to­gra­fen Gör­an Gnaud­schun zu sehen, son­dern man kann sich mit inter­ak­ti­ven Objek­ten, wie dem Fahr­rad von Robin Witt­kow­ski, selbst auf den Weg machen und unter ande­rem Video­sch­lei­fen aus dem reich­hal­ti­gen UNI­DRAM-Archiv anschau­en.

Uni­dram 2005, Love­sto­ry Nume­ro 23, Foto: Gör­an Gnaud­schun

Ori­gi­nel­le Thea­ter­pla­ka­te und Aus­zü­ge aus Pres­se­kri­ti­ken laden im Foy­er vom Kunst­raum zum kol­lek­ti­ven kul­tu­rel­len Erin­nern ein. Nicht nur an das Fes­ti­val und sei­ne gezeig­ten 500 Insze­nie­run­gen selbst, son­dern auch als Über­blick über die ästhe­ti­sche Ent­wick­lung und Ver­än­de­rung sei­ner foto­gra­fi­schen und werb­li­chen Dar­stel­lung.

Überblick über die ästhetische Entwicklung seiner werblichen Darstellung

Wer es im bes­ten Sin­ne ver­spiel­ter mag, wird in der obe­ren Eta­ge des Kunst­rau­mes fün­dig. Hier kann man bei­spiels­wei­se einen UNI­DRAM-Objekt­kof­fer mit einer klei­nen Büh­ne, von einem Künst­ler­kol­lek­tiv geschaf­fen, selbst betä­ti­gen oder das Muto­skop – einen Appa­rat zur Vor­füh­rung beweg­ter Bil­der- von Tors­ten Otto bedie­nen. Und auch eine Bea­mer-Show pri­va­ter Auf­nah­men fehlt nicht.

Uni­dram 2017; Cirk La Puty­ka, Foto: Gör­an Gnaud­schun

Was bei allen Expo­na­ten auf­fällt, ist die aus­ge­präg­te Lie­be zum Detail und der Ver­such, atmo­sphä­risch dicht, lebens­prall und sinn­lich in die ver­gan­ge­nen UNI­DRAM-Jah­re ein­zu­tau­chen. Dazu trägt auch die anste­ckend posi­ti­ve Arbeits­ener­gie bei, die mich sofort umgibt, als ich den Kunst­raum einen Tag vor der Aus­stel­lungs­er­öff­nung besu­che.

Ansteckende Mischung aus Enthusiasmus und Kompetenz

Alle zie­hen an einem Strang, jede*r steu­ert (s)einen ganz eigenen/besonderen Teil  zu die­ser wun­der­bar diver­sen Grup­pe und dem viel­fäl­ti­gen kol­lek­ti­ven End­pro­dukt bei. Wie schrieb 2002 ein Kri­ti­ker der Ber­li­ner Zei­tung: "Sei­nen Erfolg ver­dankt das Fes­ti­val wohl der lei­der sel­te­nen Mischung aus Enthu­si­as­mus und Kom­pe­tenz".

Uni­dram 2017, Making-OFF, Foto: Gör­an Gnaud­schun

Mögen genau die­se den Macher*innen auch die nächs­ten 25 Jah­re erhal­ten blei­ben! Hap­py bir­th­day UNIDRAM! Ich bin gespannt auf heu­te Abend, wenn sicher vie­le Wegbegleiter*innen und Besucher*innen ihre ganz per­sön­li­chen Erin­ne­run­gen aus­tau­schen und das Fes­ti­val und vor allem sei­ne Macher*innen hoch­le­ben las­sen.

Astrid Priebs-Trö­ger

P. S. Für das genuss­vol­le Stu­di­um der wun­der­ba­ren Jubi­lä­ums­zei­tung habe ich mir das Wochen­en­de reser­viert.

26. Oktober 2018 von admin
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