Paradies für Schmetterlinge

Pots­dam ist berühmt für sei­ne Schlös­ser und Gär­ten. Letz­te­re wur­den von Män­nern wie Peter Joseph Len­né oder Karl Förs­ter gestal­tet. Doch seit Urban Gar­de­ning auch in der Lan­des­haupt­stadt ange­kom­men ist, grei­fen immer mehr Men­schen wie Du und ich zu Spa­ten und Har­ke und gestal­ten ihre Umwelt selbst.

So auch Ale­xa Jun­ge, die im alter­na­ti­ven Kul­tur­zen­trum Frei­Land einen Frei­Gar­ten ins Leben geru­fen hat. Das Gelän­de der ehe­ma­li­gen Ara­do-Flug­zeug­wer­ke in der Fried­rich-Engels-Stra­ße besticht durch sei­nen wun­der­ba­ren uralten Baum­be­stand. Doch ansons­ten domi­nie­ren funk­tio­na­le Fabrik­ge­bäu­de sowie gepflas­ter­te und asphal­tier­te Flä­chen den Ort.

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Foto: APT

Um die Auf­ent­halts­qua­li­tät für die hier arbei­ten­den Künstler*innen und deren Gäs­te zu erhö­hen, ent­stand Anfang 2015 eine Visi­ons­grup­pe, die sich Raum- und Gar­ten­ge­stal­tung auf ihre Fah­nen geschrie­ben hat. Ich tref­fe Ale­xa, als sie an der neu gestal­te­ten "Schmet­ter­ling­s­tank­stel­le" gera­de Laven­del pflanzt.

Gar­ten­ar­beit macht glück­lich – die­ser Slo­gan steht der jun­gen Frau förm­lich ins Gesicht geschrie­ben. Und wer noch vor einem Jahr­zehnt Gar­ten­ar­beit vor allem mit Men­schen im vor­ge­rück­ten Alter ver­band, wird hier eines Bes­se­ren belehrt. Ale­xa führt mich begeis­tert hin­ters Haus 1, wo auf einem ca. 100 m lan­gen Strei­fen ein Gemü­se­gar­ten im Ent­ste­hen ist.

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Foto: APT

Toma­ten, Zuc­chi­ni, Kür­bis­se, Kar­tof­feln, Man­gold und diver­se Kräu­ter wach­sen dort. Nicht direkt auf dem Boden, son­dern in Hoch­bee­ten, die aus den gra­ni­te­nen Pflas­ter­stei­nen vom Hof gebaut wor­den sind. Am lan­gen Eisen­zaun zur Schlaatz­stra­ße ran­ken Brom­bee­ren und Kapu­zi­ner­kres­se.

Ale­xa erzählt von ihren Plä­nen und auch, dass sie gera­de eine Aus­bil­dung in Per­ma­kul­tur absol­viert. Denn im Frei­Gar­ten geht es nicht nur dar­um, der eige­nen Gar­ten­lust zu frö­nen, son­dern auch Wis­sen über öko­lo­gi­sches Gärt­nern zu ver­mit­teln und aus­zu­tau­schen. Hier wird haupt­säch­lich in Misch­kul­tur ange­baut und dar­auf geach­tet, Bie­nen und Fal­tern ein reich­hal­ti­ges Nah­rungs­an­ge­bot zu schen­ken.

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Foto: APT

Und an der "Schmet­ter­ling­s­tank­stel­le", die wie eine futu­ris­ti­sche Büh­ne anmu­tet, tref­fen sich abends die Gäs­te des Frei­Lan­des und der ein oder ande­re jugend­li­che Nacht­schwär­mer hat hier viel­leicht schon einen pas­sen­den Lebens (abschnitts-)partner gefun­den.

Astrid Priebs-Trö­ger

Wei­te­re Infos über den Frei­Gar­ten unter freigartenpotsdam.org

22. August 2015 von Textur-Buero
Kategorien: Alltagskultur, Ökologie | Schlagwörter: , , , | Schreibe einen Kommentar

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