Kreativkosmos

Pots­dam ist ein Ort für Krea­ti­ve. An gefühlt fast jeder Ecke in der (Innen-)Stadt gibt es  Ate­liers und Gale­ri­en,  pro­ben Thea­ter­grup­pen oder Bands. Und es wer­den immer mehr.

Die brau­chen Platz. Weil die­ser aber nur begrenzt vor­han­den und die hal­be Stadt längst ein Ort der Gen­tri­fi­zie­rung gewor­den ist, haben sich vor zwei Jah­ren anfangs vor allem Musiker*innen zusam­men­ge­tan und die Pots­da­mer Kul­tur­lob­by gegrün­det.

Die­ser Zusam­men­schluss hat es geschafft, inner­halb kur­zer Zeit ein Gebäu­de im Her­zen der Stadt vor dem Abriss zu bewah­ren und es für drei Jah­re für kul­tu­rel­le Zwe­cke umnut­zen zu dür­fen. Die Rede ist vom ehe­ma­li­gen Rechen­zen­trum an der Brei­ten, Ecke Dor­tu­stra­ße.

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Stand­bild aus dem Film von Eli­as Fran­ke und Kris­ti­na Tschesch/Kulturlobby

Am 1. März hat­te der Doku­men­tar­film „Vom Abriss­ob­jekt zum Krea­tiv­kos­mos“ im Tha­lia Kino Pre­mie­re und der gro­ße Saal war rap­pel­voll mit Krea­ti­ven, Wegbegleiter*innen und Unter­stüt­zern. Zeigt der Film von Kris­ti­na Tschesch und Eli­as Fran­ke doch die­se zwei­jäh­ri­ge Erfolgs­ge­schich­te in ein­drucks­vol­len Bil­dern und Wor­ten.

Wer sich tum­melt, erreicht sein Ziel“, fass­te Anja Engel, die jet­zi­ge Kul­tur­ma­na­ge­rin des Rechen­zen­trums, im Film das Erfolgs­re­zept zusam­men und es wur­de deut­lich, dass es dafür pro­fes­sio­nel­le und soli­da­ri­sche Netz­wer­ke in alle gesell­schaft­li­chen Ebe­nen hin­ein braucht.

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Foto: Ben­ja­min Maltry/Premiere im Tha­lia-Kino

Die Kul­tur­lob­by und der Mit­ma­chen e. V. sind sol­che Netzwerker*innen. Und: hier tra­fen ein Bedürf­nis der Stadt (Zwi­schen­nut­zung des Rechen­zen­trums) und der Krea­ti­ven (preis­wer­te Räu­me) zeit­lich per­fekt zusam­men. Außer­dem haben Initia­ti­ven wie die „Schol­le 51“, das „Frei­land“ oder die „Pan­zer­hal­le“ schon Pio­nier­ar­beit in der Ver­wal­tung und anders­wo geleis­tet.

Seit Sep­tem­ber 2015 wird das Rechen­zen­trum ver­mie­tet. Bil­den­de Künstler*innen und Kunst­hand­wer­ker, Start­ups und Initia­ti­ven sind bereits ein­ge­zo­gen. Die Musiker*innen, die den gan­zen Pro­zess ange­scho­ben haben, gin­gen dage­gen bis­her weit­ge­hend leer aus.

Ihnen geeig­ne­te Räu­me zu ver­schaf­fen und die unzäh­li­gen Initia­ti­ven in der Stadt mitein- ander zu ver­net­zen, steht ab sofort auf dem Pro­gramm der Pots­da­mer Kul­tur­lob­by.

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Stand­bild aus dem Film von Eli­as Fran­ke und Kris­ti­na Tschesch/Kulturlobby

Denn auch wenn die Macher*innen selbst­be­wusst sagen, „dass das (kul­tu­rel­le) Herz jetzt hier (im Rechen­zen­trum) schlägt“, gehö­ren zu einem funk­tio­nie­ren­den städ­ti­schen Krea­tiv­kos­mos nicht nur "Flagg­schif­fe", son­dern auch vie­le ein­zel­ne Boo­te, die wen­dig und ein­falls­reich in den unter­schied­lichs­ten Gewäs­sern unter­wegs sind.

Der Film ist – wenn schon nicht "oscar­ver­däch­tig", wie Jann Jacobs eupho­risch zur Pre­mie­re sag­te – so doch ein sehr gelun­ge­nes Zeit­do­ku­ment, das eine demo­kra­ti­sche Bewe­gung an einem geschichts­träch­ti­gen Ort kon­ge­ni­al abbil­det.

Astrid Priebs-Trö­ger

02. März 2016 von Textur-Buero
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